Neue Broschüre zeigt: Inklusive Arbeitsplätze mit Menschen mit Prader-Willi-Syndrom erfolgreich gestalten

Köln, 19. Februar 2026 – Mit einer neuen Broschüre, die sich gezielt an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber wendet, greift die Prader-Willi-Syndrom Vereinigung Deutschland e.V. (PWSVD) das diesjährige Motto „Equity“ des Tags der Seltenen Erkrankungen 2026 auf. Der Leitfaden zeigt praxisnah, wie Menschen mit dem seltenen Prader-Willi-Syndrom (PWS) ihre Stärken im Arbeitsleben einbringen können – und welche Rahmenbedingungen eine gelingende Beschäftigung unterstützen und damit Gerechtigkeit und Chancengleichheit ermöglichen.
„Menschen mit dem Prader-Willi-Syndrom verfügen über zahlreiche Fähigkeiten, die für Unternehmen wertvoll sind: ein sehr gutes Langzeitgedächtnis, hohe Regeltreue, Verlässlichkeit sowie ausgeprägte Motivation und Loyalität“, erläutert Inga Koenen, Vorsitzende des PWSVD. Besonders in klar strukturierten Tätigkeiten und Arbeitsabläufen können sie ihre Stärken entfalten. Auch ihre Ausdauer, ihre Genauigkeit und ihr Wunsch nach festen Zuständigkeiten machen sie zu stabilen und geschätzten Teammitgliedern im Arbeitsalltag.
Potentiale erkennen und Unsicherheiten abbauen
Die neue Broschüre „Menschen mit dem Prader-Willi-Syndrom erfolgreich beschäftigen – ein Leitfaden für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber“, verfasst von der Kölner Wirtschaftspsychologin Jana Ivancevic im Auftrag des PWSVD e.V., macht diese Potenziale sichtbar und baut Unsicherheiten ab. Sie verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Praxisbeispielen und zeigt, dass gelingende Beschäftigung planbar ist.
Rahmenbedingungen und Unterstützung für Arbeitgeber
Gleichzeitig informiert der Leitfaden über die Besonderheiten des PWS, etwa im Umgang mit Ernährung, Stress oder eingeschränkter kognitiver Flexibilität. Er gibt konkrete Empfehlungen zur Arbeitsplatzgestaltung: klare Strukturen, feste Arbeitszeiten, visualisierte Tagesabläufe, eine reizreduzierte Umgebung sowie die Sensibilisierung des Teams. Auch der Umgang mit Krisensituationen und präventive Maßnahmen werden praxisnah beschrieben.
„Um vermeintliche Hürden auf Arbeitgeberseite abzubauen, war es uns wichtig, rechtliche Rahmenbedingungen und Förderinstrumente vorzustellen“, sagt Ivancevic. Programme wie das Budget für Arbeit oder die Unterstützte Beschäftigung helfen Unternehmen finanziell und organisatorisch. Der Leitfaden macht deutlich: Inklusion stärkt nicht nur einzelne Mitarbeitende, sondern das gesamte Unternehmen.
Mit der neuen Broschüre setzt der PWSVD e.V. ein wichtiges Zeichen für „Equity“ und damit für eine vielfältige und chancengerechte Arbeitswelt. Die Broschüre erscheint am 28. Februar 2026 zum Tag der Seltenen Erkrankungen. Bestellbar unter: www.prader-willi.de
(Zeichen: 2.631)
Prader-Willi-Syndrom Vereinigung Deutschland e.V.
0221-84 56 18 75
info@prader-willi.de
www.prader-willi.de
Das Prader-Willi-Syndrom (PWS) ist aufgrund seiner Komplexität eine der herausforderndsten Seltenen Erkrankungen. Es wird durch einen Gendefekt hervorgerufen, der bei jedem 15.000sten Neugeborenen auftritt.
Neben einer geistigen Behinderung und vielen körperlichen Erkrankungen sind vor allem Ess-Sucht, Wutausbrüche und akute Psychosen Ausprägungen dieses Syndroms.
Die Prader-Willi-Syndrom Vereinigung Deutschland (PWSVD) e. V. wurde vor über 30 Jahren als Eltern- Selbsthilfegruppe in Gronau gegründet und zählt aktuell rund 800 Mitglieder. Angehörige von Menschen mit PWS und Menschen mit PWS werden in sämtlichen Fragen die Erkrankung betreffend unterstützt. Es werden jährlich Workshops veranstaltet, Freizeiten organisiert, Kontakte vermittelt und Publikationen veröffentlicht. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit PWS zu einem selbstbestimmten Leben im Rahmen der individuellen Möglichkeiten zu verhelfen. www.prader-willi.de
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